Warum wir eine Mietergewerkschaft brauchen

Deine Miete ist zu hoch, der Vermieter repariert die kaputte Heizung nicht oder will dich sogar rauswerfen? Egal welchen Ärger du mit deinem Vermieter und deiner Wohnsituation hast: Du bist nicht alleine. Zusammen können wir uns wehren und die Wohnsituation für alle verbessern.

Das gegenwärtige Recht bevorzugt Vermieter und viele Gesetze sind in ihrem Interesse geschrieben. Manche Vermieter schrecken auch vor illegalen Methoden nicht zurück, bedrohen Mieter oder nutzen Unwissenheit aus. Sie sind kollektiv organisiert, wir noch nicht. Der einzelne Mieter hat eine viel geringere Macht als der Vermieter.

Aber wir haben das verfassungsmäßig garantierte Grundrecht uns auch als Mieter zusammenzuschließen. Kein Vermieter darf uns dafür belangen. Durch eine Mietergewerkschaft können wir das Kräfteverhältnis verändern und uns vor der Willkür wirklich schützen.

Die Initiative für eine Mietergewerkschaft beabsichtigt mit Nachbarschaftsinitiativen ebenso wie mit Beratungs- und Rechtshilfeorganisationen wie dem Mieterschutzbund zusammenzuarbeiten. Doch auf juristischem Wege alleine lässt sich weder der rasante Anstieg der Mieten, noch die permanente Krise der Wohnverhältnisse in dieser Gesellschaft ändern. Die Stadt ist selbst der größte Immobilieninvestor und Vermieter. Sie profitiert von hohen Mieten wie sonst Niemand. Von ihr eine grundsätzliche Veränderung der Wohnverhältnisse zu verlangen, heißt gegen Windmühlen anrennen.

Wir müssen selbst eine eigenständige Kraft dort aufbauen, wo wir im Kleinen schon heute etwas verändern können: In unseren täglichen Auseinandersetzungen mit dem Vermieter. Wenn wir in den Stadtteilen eine Basis aufgebaut haben, können wir anfangen auch für die größeren Veränderungen zu kämpfen, stadtweite Kampagnen organisieren und sogar kollektive Mietverträge erkämpfen.

Mitglieder der Mietergewerkschaft helfen sich auf allen Ebenen in ihrer Auseinandersetzung mit den Vermietern: Vom gemeinsamen Schreiben von Beschwerdebriefen bis hin zum Einberufen von Haus-, Straßen und Stadtteilversammlung zur Vorbereitung vielseitigster kollektiver Aktionen gegen die konkreten Missstände in unseren Nachbarschaften.

Eine Mietergewerkschaft kann nur effektiv sein als Zahnrad einer umfassenderen sozialen Infrastruktur. Es reicht nicht den Kampf alleine auf das Feld der Mieten zu beschränken. Denn Mieter sind auch Arbeiter und was immer wir an möglichen Mietsenkungen erkämpfen, kann leider schnell wieder durch Lohnsenkungen kassiert werden. Wenn wir uns mit dem Gewerkschaftskampf im Betrieb verbinden und gemeinsam wachsen, können wir einen Gegenmacht zu den Chefs, Behörden und Vermietern aufbauen.

In einigen Städten weltweit wurden in den letzten Jahren größere Mietergewerkschaften aufgebaut und sogar erfolgreiche Mietstreiks geführt. In Deutschland hingegen vertraut man weiter darauf, dass der Staat eingreift. Doch wir müssen uns selbst organisieren und wehren.

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