Informationsschreiben der Aktivengruppe der Initiative für eine Mietergewerkschaft e.V. in der Humserstraße und Eschersheimer Landstraße

von Vorstand
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Liebe Mieterinnen und Mieter,

in diesem Schreiben werden Sie über die neuesten Entwicklungen in der Siedlung sowie über die Aktivitäten der Initiative für eine Mietergewerkschaft in der Humserstraße und Eschersheimer Landstraße informiert.

Vor einigen Wochen haben wir für die Betriebskostenabrechnung 2019 einen Beschwerdebrief an Vonovia gesendet, weil uns in der Abrechnung wie jedes Jahr zahlreiche Ungereimtheiten aufgefallen sind. Inzwischen haben wir die zu erwartende Antwort erhalten: Vonovia ist sich keiner Fehler bewusst und schickt uns, wie jedes Jahr die nicht prüffähigen Belege. Die Auseinandersetzung über die Prüffähigkeit der Belege wird deutschlandweit von verschiedenen Mietvereinen und Initiativen geführt. Nur tatsächlich anfallende Kosten dürfen als Betriebskosten auf die Mieter umgelegt werden. Leider belegen die uns zugesandten Dokumente eben nicht, dass die Betriebskosten tatsächlich angefallen sind. Vonovia scheut sich deutschlandweit entsprechende Belege herauszurücken. Diese würden nämlich zeigen, dass die von Vonovia deklarierten Betriebskosten eben nicht tatsächlich anfallende Kosten sind, sondern frei kalkulierte Marktpreise. Diese Verrechnungsbeträge stellt sich Vonovia innerhalb ihres Firmengeflechts selbst aus. Die teilweise extremen Preissteigerungen in den vergangenen Jahren lassen sich dadurch erklären. Sobald ein konzernangehöriges Subunternehmen die Arbeiten von einem externen Dienstleister übernommen hat, steigen die Betriebskosten sprunghaft an. Dies gilt insbesondere für die hochumstrittenen Kostenpositionen des Objektwarts, der Gartenpflege, der Reinigungen, des Winterdienstes, der Wartungen und der Messdienstleistungen. Wir vermuten, dass die von den Mietern verlangten Umlagen durch die Methode „Marktvergleich“ auf ein Niveau gehoben werden, das weit über den tatsächlichen Kosten des Konzerns liegt.

Der Kampf um die Belege ist mühsam. Zwar stehen deutschlandweit einige gerichtliche Urteile aus, ob sie aber diese Praxis ändern können, steht in den Sternen. Wir sind der Überzeugung, dass nur eine organisierte und starke Mieterschaft letztlich die Vonovia zwingen kann, die prüffähigen Belege zu übermitteln, andere Missstände zu lindern und die Rechte der Mieterschaft zu stärken. Die ersten kleinen Schritte sind getan, es müssen noch viele weitere folgen. Werden Sie bei uns Mitglied und kämpfen Sie mit vielen anderen für ein gutes Wohnen. Je schneller wir wachsen, desto eher werden wir kleine und große Erfolge erzielen können.

Wir wünschen Ihnen schöne Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Oliver Heß, Anne Lutz (Mitglieder der Initiative für eine Mietergewerkschaft vor Ort) und Daniel Schultz (Vorstand der Initiative für eine Mietergewerkschaft)

P.S. Für weitergehende Informationen zu den Betriebskostenabrechnungen ist dieser Artikel in der Frankfurter Rundschau zu empfehlen: https://www.fr.de/panorama/die-belege-bitte-90100807.html