Brief von den zusammengeschlossenen Mietern der Mörfelder Landstraße und Max-Quark-Straße an die Vonovia

von Freddy
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Sehr geehrte Damen und Herren,

wie Sie sicherlich bereits mitbekommen haben, haben sich Mieterinnen und Mieter der Mörfelder Landstraße und der Max-Quarck-Straße zu einer Mietergewerkschaft zusammengeschlossen. Der Grund hierfür sind die seit 2013 bereits bekannten, zum Teil bedenklich hohen Legionellen-Werte im Trinkwasser. Da Sie bisher auf unsere persönlichen Anfragen bezüglich der Behebung dieses Zustands sowie den damit verbundenen Unannehmlichkeiten, wenn überhaupt, dann meist nur unverbindlich und mit viel Interpretationsspielraum geantwortet haben, sahen wir uns gezwungen, uns mit unserem Anliegen nun an Presse und öffentliche Stellen zuwenden.

Wie es scheint, hat dies jetzt zumindest zu einem sehr prompten Handlungszwang der verantwortlichen Stellen in Ihrem Unternehmen geführt. Ihr Vorstandsvorsitzender Rolf Buch sagte zumindest gegenüber der Presse, dass sich die Vonovia unverzüglich um die Beseitigung des Legionellen-Befalls in seinen Mietshäusern an der Mörfelder Landstraße in Sachsenhausen kümmern will.

 Nach sieben Jahren wird das nun endlich auch Zeit. Doch uns ist nach wie vor unklar, ob die angekündigte Sanierung der Heizungsanlage ursächlich das Legionellenproblem behebt. Noch immer haben Sie weder öffentlich, noch einzelnen Mietern die Ursache des Problems benannt. Laut Gesundheitsamt keimen die Bakterien primär in den Wasserleitungen und nicht in der Wasseraufbereitungsanlage. Wir fordern von Ihnen volle Transparenz und die Offenlegung der Gefahrenanalyse, in der die Ursache des Problems benannt wird. Nur so können wir mit Hilfe unabhängiger Trinkwasserexperten einschätzen, ob die von Ihnen geplanten Maßnahmen die Ursache der Legionellenkontamination wirklich beheben können.

 Sie erneuern die Heizungsanlage viel zu spät und offensichtlich nur, weil wir Ihnen inzwischen organisiert gegenübertreten. Bis das Legionellenproblem endgültig beseitigt ist, sind allgemein angekündigte Mieterhöhungen völlig unverhältnismäßig. Wenn der Umbau der Heizungsanlage auch nur im Entferntesten helfen kann, das Legionellenproblem zu lösen (wie Sie in Ihrem Schreiben vom 07.08.2020 andeuten), müssen Sie uns versichern, dass der Umbau der Heizungsanlage nicht auf Kosten der Mieter erfolgt.

Sieben Jahre konnte der Legionellen-Befall durch keine Maßnahme ursächlich behoben werden. Wenn dies nun den Umbau der Heizungsanlage als Folge hat, kann dies nur eine Maßnahme sein, um die gesundheitliche Bedrohung der Mieter und Mieterinnen aus der Welt zu schaffen.

 Das Wohnen in der Siedlung ist nicht nur mit einem Gesundheitsrisiko verbunden, sondern auch mit teilweise erheblichen Einschränkungen der Wohnqualität (Stichwort: regelmäßige Handwerkertermine, kaltes Wasser, teilweise wenig oder zu viel Wasserdruck, Duschen nur mit Sterilfiltern etc.). Wir fordern deshalb für alle Mieter eine Mietminderung von 25 Prozent. Wir halten die Höhe der Mietminderung (auch rückwirkend seit Bestehen des Problems) für angemessen und fordern diese bei allen Mietern und Mieterinnen umzusetzen, zumal Sie einzelnen Mietern bereits eine Mietminderung zugestanden haben.

Auch haben Sie, entgegen der Aussage ihres Vorstandvorsitzenden Rolf Buch auf der Hauptversammlung 2020, Neumieter vor Vertragsabschluss nicht über die Legionellenkontamination informiert. Dies ist mindestens grob fahrlässig.

 Wir erwarten Antwort auf unseren Brief bis zum 22.09.2020.

 Mit freundlichen Grüßen

Die zusammengeschlossenen Mieter und Mieterinnen der Initiative für eine Mietergewerkschaft e.V. in der Mörfelder Landstraße und Max-Quark-Straße