Bericht Sachverständiger Trinkwasserhygiene

von Vorstand
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Die Initiative für eine Mietergewerkschaft hat einen Sachverständigen beauftragt, der nun eine erste Stellungnahme für uns über das Legionellenproblem in der Mörfelder Landstraße und Max-Quark-Straße verfasst hat. Daraus: "Es zeigte sich, dass die Trinkwasser-Installation auf Grund überalterter Leitungen, die in zu geringem Abstand und ohne eine ausreichende Dämmung installiert wurden, mangelbehaftet ist gegenüber den Anforderungen der aktuell geltenden allgemein anerkannten regeln der Technik (vgl. §§ 4, 17 TrinkwV).

Auf Grund der vorgefundenen Mängel sowie messtechnisch nachweisbarer Mangelfolgen (Aufwärmung im Trinkwasser (kalt) besteht in dieser Liegenschaft grundsätzlich die Besorgnis einer Gesundheitsgefährdung mit Legionellen. Es wird empfohlen, eine vollständige Gefährdungsanalyse im Sinne § 16 Abs. 7 TrinkwV durchführen zu lassen, die sicherlich noch weitere grundlegende Mängel an der Installation aufdecken wird. Die kontinuierliche Zugabe von Korrosionsschutzmittel in das Trinkwasser steht hier nicht in Einklang mit den rechtlichen Anforderungen nach §§ 6, 11 TrinkwV, die Bewohner wurden auch entgegen § 21 nicht über die Zugabe informiert. Seite 9 von 9 Auf Grundlage der ersten Informationen erscheint es daher sinnvoll, die Trinkwasser-Installation insgesamt zu erneuern. Die alleinige Installation einer separaten Heizungsanlage je Gebäude ist ohne weitere Maßnahmen zur Beseitigung der Legionellen-Kontamination nicht zielführend."

Der Umbau der Heizungsanlage wird also ohne weitere Maßnahmen das Legionellenproblem nicht lösen. Es handelt sich also um eine weitere Scheinmaßnahme der Vonovia, deren Kosten obendrein auch noch auf die Mieter umgelegt werden soll. Noch immer haben wir keine Gefährdungsanalyse, obwohl wir vom Gesundheitsamt Frankfurt wissen, dass eine solche der Vonovia vorliegt. Warum übermittelt die Vonovia uns nicht die Gefährdungsanalyse? Entweder haben sie nie eine angefertigt, was auch dann das Gesundheitsamt in ein sehr schlechtes Licht rücken würde, oder sie halten sie uns vor, weil darin geschrieben steht, dass die Trinkwasserinstallation insgesamt zu erneuern ist. Diese Erneuerung ist aber eine reine Instandhaltungsmaßnahme und muss vollständig vom Vermieter getragen und kann nicht auf die Mieter umgelegt werden. In einer solchen großen Siedlung können sich die Kosten dieser Erneuerung durchaus in einem siebenstelligen Betrag bewegen. Vonovia setzt also auf Pseudomaßnahmen und fährt auf kurze Sicht, ganz zum Leidwesen Mieter und Mieterinnen, und nur weil sie die Kosten des Umbaus nicht tragen will.

Zum vollständigen Bericht des Sachverständigen geht es hier.