Antwort ans Gesundheitsamt

von Vorstand
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Die Antwort des Gesundheitsamt vom 8.10.2020 war mehr als ungenügend. Es ist uns vollkommen schleierhaft, weshalb das Gesundheitsamt seit sieben Jahren untätig ist und Vonovia nicht anhält, das Problem endlich in den Griff zu bekommen. Bei einer so hohen Konzentration von Legionellen muss ein Sanierung innerhalb eines Jahres stattfinden.

 
Zum vorherigen Briefwechsel geht es hier.
 
Sehr geehrte Damen und Herren,
 
die Antwort genügt uns nicht. Wenn Ihnen die Gefährdungsanalyse vorliegt, weshalb wissen Sie dann nicht, was die Ursache des Problems ist? Müssten da nicht alle Schwachstellen im System gelistet sein? Wieso besteht das Problem seit sieben Jahren ohne das ihrerseits irgendwelche Maßnahmen unternommen worden sind, damit Vonovia schneller reagiert? Weshalb steht in der Trinkwasserverordnung, dass bei so hohen Werten wie in der Siedlung Sanierungsmaßnahmen unverzüglich eingeleitet werden müssen? Weshalb ist das nicht passiert? Erläutern Sie uns bitte in dieser Hinsicht auch, weshalb ihnen kein "Konzept zur Beseitigung der Legionellen" vorliegt, aber zum geplanten Umbau? Sie sagen hier praktisch, dass der Umbau nicht das Problem lösen würde. Wenn dem so sei, warum sind Sie dann noch immer untätig? Ich wiederhole, seit sieben Jahren plagt das Problem die Bewohner. Vonovia übermittelt uns die Gefährdungsanalyse nicht und zwar aus gutem Grund, weil sie zeigen würde, dass die geplanten Maßnahmen Pseudomaßnahmen sind, die das Problem nie und nimmer lösen werden (anbei auch dazu der Bericht eines Sachverständigen mit der Bitte um Stellungnahme). Deshalb bitte ich Sie nochmals eindringlich die Gefährdungsanalyse zu übermitteln.
 
Mit freundlichen Grüßen

 

Nachdem diese Mail verschickt wurde, kam eine automatische Antwort zurück, in der stand, dass die Bearbeitung sich aufgrund der Pandemie verzögern wird. Allerdings war ein interessantes Dokument im Anhang, nämlich die "Hinweise zum Umgang mit Legionellen in der Trinkwasserinstallation"

Darin steht auch, was zu tun ist, wenn der technische Maßnahmenwert von 100KBE/100ml überschritten ist. Zur Erinnerung in der Siedlung in Sachenhausen ist der höchste Wert im System bei über 45 000KBE/100ml. Zunächst muss direkt eine Gefährdungsanalyse angefertigt werden. Laut Gesundheitsamt Frankfurt gibt es eine solche und diese liegt ihnen auch vor, aber Vonovia übermittelt sie den Mietern nicht. Im Dokument steht aber, dass der Verbraucher über das Ergebnis der Gefährdungsanalyse unverzüglich informiert werden muss. Das wurde nicht getan, da Vonovia uns diese Analyse vorenthält. Die Frage ist, wieso? Wir haben rechtliche Schritte ins Rollen gebracht, um an diese Information auf gerichtlichem Weg heranzukommen.

Weiterhin steht in der Broschüre, dass bei Werten bis 1000KBE/100ml eine mittelfristige Sanierung erforderlich ist. Selbst wenn die meisten Wohnungen um diesen Wert pendeln, ist es unverantwortlich, dass nach sieben Jahren noch nicht saniert wurde. Wir haben aber Spitzenwerte von über 10000 KBE/100ml in verschiedenen Wohnungen zu unterschiedlichen Zeiten und in der Broschüre steht, dass vor erneuter Nutzung die Sanierung erledigt sein muss. Vonovia weicht hier also vehement von dem Vorgehen nach der Trinkwasserverordnung ab. Nach sieben Jahren weitgehender Pseudomaßnahmen setzen sie noch eins obendrauf und bauen auf Kosten der Mieter die Heizanlage um, ohne den Mietern jemals einen Beweis geliefert zu haben (wie gesagt, sie halten uns die Gefährungsanalyse vor), dass dieser Umbau das Problem lösen kann. Und was macht das Gesundheitsamt Frankfurt? Gar nichts. Stattdessen kann sich Vonovia immer wieder auf die enge Kooperation mit dem Gesundheitsamt berufen, was offensichtlich dann auch das Vorgehen in der Trinkwasserverordnung missachtet.
Die Gefährdungsanalyse muss also unverzüglich den Mietern zugänglich gemacht werden!
Keine Mieterhöhungen aufgrund des Umbaus der Heizanlage!