Antwort an die Vonovia zu unserem Brief bzgl. der Betriebskostenabrechnung

von Freddy
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Im Anhang veröffentlichen wir unseren Antwort an die Vonovia vom 2. April, nachdem Vonovia uns die Belege zugesandt und behauptet hat, dass die Betriebskostenabrechnung korrekt ausgestellt wurde. Wir führen die Widersprüchlichkeiten in den Behauptungen auf und fordern die Zusendung von prüffähigen Belegen.

 

Frankfurt, den 2. April 2020

Sehr geehrter Herr Renker,
Sehr geehrte Frau Franz,

nach der Überprüfung der Belege für die Betriebskostenabrechnung 2018 für die Wohneinheiten der Humserstraße und Eschenheimer Landstraße kommen wir im Gegensatz zu Ihnen zu dem Schluss, dass die Abrechnung nicht korrekt erstellt wurde.

Zu den offensichtlichen Fehlern.

Hauswart / Objektbetreuer: In den Belegen zum Hauswart taucht die Bertramstraße auf, die laut Abrechnung nicht zu dieser Wohneinheit gehört. Dann sind die Belege nur für die Humserstraße 41 ausgestellt. Das ist die Schneiderei. Erledigt der Hauswart etwa mehrere Stunden pro Tag Arbeiten an der Schneiderei? Er wurde kein einziges Mal dort gesehen. Die Höhe ist, dass in der Abrechnung die Humserstraße 41 gar nicht in der Abrechnungseinheit A aufgelistet ist, worin eben die Kosten für den Hauswart enthalten sind. Dann hat die Schneiderei auch noch einen Sandkasten oder wie soll man die Kontrolle des Spielsandes, der 25x aufgelistet wurde, verstehen? Es gibt keinen Sandkasten bei der Schneiderei. Dann die ominöse Abrechnung, die mit „Hausmeisterleistung gemäß Leistungsverzeichnis“ abgerechnet wurde. Was bedeutet das? Dann kommt hinzu, dass die Belege durch Sie selbst ausgestellt wurden. Wer garantiert uns, dass nicht einfach irgendwelche Zahlen eingefügt wurden, damit die Rechnung stimmt? Und nicht mal die stimmen, wenn man die Zahlen der Belege mit den Zahlen in der Abrechnung vergleicht. Sie weisen in ihrem Antwortschreiben daraufhin, dass in den Belegen keine „Verwaltungs- und Reparaturtätigkeiten“ enthalten sind. Was beweist dann also, dass die „Hausmeisterleistung gemäß Leistungsverzeichnis“, die durchschnittlich über 200 Mal im Monat stattfindet, keine Reparaturtätigkeiten sind? Das ist völlig intransparent und belegt rein gar nichts.

Pflege der Außenanlagen allgemein: In ihrem Antwortschreiben gehen sie gar nicht auf diesen Posten ein, obwohl sie „Belege“ mitgesendet haben. Auch in diesen Belegen findet sich die gleiche Intransparenz wie oben und sie belegen nichts. Man könnte meinen, dass die Humserstraße mitten im Stadtwald steht, bei der Anzahl der Bäume, die sie dort berechnen. Zumal auch gar nicht aufgeschlüsselt wird, wieviel die einzelnen Einsätze kosten, sondern nur der Gesamtbetrag angegeben wurde. Wie soll ein Mieter dort nachvollziehen, was genau gemacht wurde? Des Weiteren wird das Laub nicht regelmäßig entsorgt, obwohl dies 6 Mal in der Abrechnung hinzugefügt wurde. Gerne schicken wir Ihnen Beweisfotos. Sie erklären auch nicht, weshalb die Humserstraße bei kleinerer Abrechnungsgröße 3000 Euro mehr als die Mörfelder Landstraße für den Posten „Pflege der Außenanlage allgemein“ bezahlt. Zusätzlich kann ein Großteil des Rasens gar nicht gemäht werden, da die Grünflächen im Zuge der Modernisierungsmaßnahmen weitgehend beseitigt sind und trotzdem findet eine Steigerung der Kosten in diesem Posten statt.

Winterdienst: Auch hier sind die Posten nicht aufgeschlüsselt. Sie geben an, dass sie auch das Streuen bei gefrierender Nässe oder drohendem Glatteis übernehmen. Wie erklärt es sich dann, dass regelmäßig die Wege eben nicht gestreut wurden? Außerdem geben sie an, dass sechs Mal geräumt wurde. Es hat aber nicht sechs Mal im Jahr 2018 in der Humserstraße geschneit. Es wird auch nicht die immense Preissteigerung von ca. 1000 Euro im Jahre 2016 auf über 5500 Euro im Jahre 2018 erklärt.

Sperrmüll: In ihrer Antwort gehen Sie nicht auf unsere Forderungen ein, den Sperrmüll einfach von der Stadt Frankfurt kostenfrei abholen zu lassen. Auch wurde vor der Beseitigung des Sperrmülls nicht durch Aushänge des Objektbetreuers den Mietern die Chance gegeben, den Sperrmüll eigenständig zu entsorgen, obwohl sie das in ihrem Antwortschreiben erwähnen. Darüber hinaus haben Sie bei einigen Mietern aus „Kulanz“ den Betrag erstattet. Wir fordern daher für alle Mieter dieser Wohneinheit die Rücknahme dieses Postens.

Sach- und Haftpflicht: Die Belege beweisen nichts, da nicht nachvollziehbar ist, ob die Belege wirklich auf die Wohneinheit der Humserstraße ausgestellt sind. Die Kosten sind außerdem pro Wohnung und qm zu hoch.

Wartung der Gasgeräte: Diese Position ist von 48,44 € in der Betriebskostenabrechnung 2017 auf 90,32 € in der Betriebskostenabrechnung 2018 gestiegen. Es gab keine Preiserhöhungen in dieser Größenordnung. Hier wurden die gleichen Überprüfungen gemacht wie die letzten Jahre davor.

Hausreinigung durch die Firma WISAG

Die Hausreinigung wurde nicht durchgängig durchgeführt, aber für das komplette Jahr berechnet. Es wurden 51x Hausreinigung, 12x Kellereinigung, 12x Gemeinschafträume, 2x Dachbodenreinigung, 1x Kellerlichtschächte und 4x Glasreinigung mit Vordächern berechnet. Hier das Protokoll der Mieter:

- Kellerreinigung (das bedeutet maximal 1x Keller kehren)

- Glasreinigung wurde nur 1x ohne Fensterrahmen und Fensterbrett erledigt, das heißt nur die Glasflächen wurden gereinigt und die Vordächer dagegen noch nie.

- Dachbodenreinigung, d.h. Dachboden kehren, wurde 1x durchgeführt.

- Die Kellerlichtschächte wurden berechnet, aber nicht durchgeführt.

Die Modernisierungsarbeiten im Haus wurden erst im Sommer 2018 abgeschlossen, dadurch konnte teilweise keine Hausreinigung durchgeführt werden. Eine Grundreinigung des Hauses nach der Beendigung der Modernisierung wurde den Mietern zugesichert, aber nie durchgeführt.

Deshalb fordern wird weiterhin, da die von Ihnen gelieferten Belege die Kosten nicht rechtfertigen:

Senkung des Abrechnungspostens „Winterdienst“ auf das Niveau von 2016, d.h. von 5.680, 87 € auf 973,48€.

Streichung der Sperrmüllumlage.

Senkung des Postens der Hausreinigung um 50%.

Senkung des Abrechnungspostens „Sach- und Haftpflichtversicherung“ auf das Niveau von 2016. D.h. von 18.829,68 € auf 16.043,82 €.

Aufgrund der Unstimmigkeiten: Senkung des Postens der Pflege der Außenanlage um die Hälfte!

Senkung des Abrechnungspostens „Objektbetreuer/Hauswart“ um die oben ausgeführten Unstimmigkeiten!

Wir fordern darüber hinaus noch die Belege für den Posten „Gebühren Fernsehen“ an.

Alle Mieter der Humserstraße sind bereit, den rechtmäßigen Betrag der Betriebskostenabrechnung zu zahlen. Sie schicken uns aber Belege, die nichts beweisen. Wir fordern eine umgehende Neuberechnung, die die oben gennannten Forderungen berücksichtigt. Falls Sie bis 15. April die Betriebskostenabrechnungen unter Berücksichtigung der oben aufgestellten Forderung nicht neu berechnen, behalten wir uns sowohl mietrechtliche als auch öffentlichkeitswirksame Aktionen vor.

Mit freundlichen Grüßen

Initiative für eine Mietergewerkschaft"